PSA: Schutzhandschuhe und ÖKO TEST
Posted by Torben on April 23rd, 2009
“Memmen – Männer die Schutzausrüstung brauchen sind Memmen.” Solche Ansichten sind von gestern, wer heute etwas auf sich hält schützt sich soweit es eben geht. Wichtig ist dabei, vor allem stark beanspruchte und/ oder stark gefährdete Körperbereiche, wie z.B. Hände und Augen, vor unliebsamen Einflüssen zu schützen.
Da können die Kollegen reden wie sie wollen: wen man zupackt, zieht man Handschuhe an. Die schützen nicht nur vor Hautverätzungen, gegen Feuchtigkeit oder Schnittwunden, nein, auch gegen extreme Belastungen aufgrund von Wärme oder Bakterien helfen Schutzhandschuhe den Hände. Bei Arbeitsschutz.info findet sich u.a.a eine Anzahl an möglichen Materialien.
Handschuhe als Gral?
“Ohne Schutzhandschuhe ist man zum Beispiel in Kontakt mit Chemikalien oder Baustoffen wie Zement oder Fugenmasse schlecht beraten”,meint Professor Swen Malte John ( Universität Osnabrück). “Aber es gibt durchaus auch eine Reihe von allergischen Reaktionen, die durch Handschuhe hervorgerufen werden.” (zitiert aus ÖKO TEST)
Das Handschuhe aber nicht das Allheilmittel per se sind, bestätigt nun ein Studie von ÖKO TEST. Im Fokus standen vor allem gefährliche Stoffe, die in den Schutzhandschuhen selbst vorhanden waren. 20 Paar Handschuhe im Einkaufswert zwischen 1,49 und etwa 9 Euro wurden dahingehend getestet. Und egal ob der Handschuh billig oder teuer war: alle Paare waren mit gefährdenden Inhaltsstoffen belastet. Die Testbesten (!) wurden mit “Mangelhaft” benotet. Ob krebserregend, hautreizend oder allergieauslösende Stoffe – von allem war etwas dabei. Gerechter (oder erschreckender?) Weise muß erwähnt werden, dass einige der Produkte mit einem GS-Zeichen versehen waren – und die dazu notwendigen Grenzwerte einhielten. Die ÖKO-TEST-Kriterien waren einfach strenger.
Was also tun?
Manch einer kann natürlich schelmisch lächelnd fordern, aus Arbeitsschutzgründen ab sofort keine Handschuhe mehr zu tragen. Was natürlich quatsch ist. Der HVBG registrierte z.B. im Bereich der Schnittverletzungen für 2003 etwas 350.000 meldepflichtigen Unfälle.Nach wie vor ist es bei entsprechenden Arbeiten angebracht, sich auch an den Händen zu schützen. U.U. sollten die Handschuhe anlassbedingt durch zusätzliche Baumwollhandschuhe ergänzt werden. Es ist einfach so: ein Großteil der berufsbedingten Krankheiten und Berufskrankheiten beruhen auf Hauterkrankungen. Bei Interesse: www.2m2-haut.de.
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